Es ist die Wirtschaft, du Dummerchen!

„It’s the economy, stupid!“, lautete einst das Geheimnis der Wahlsiege von US-Präsident Bill Clinton. Wenn vor allem die Wirtschaft zählt, um die Zustimmung der Menschen zu gewinnen, dann haben die vorerst siegreichen Revolutionäre in der Ukraine das Schwerste noch vor sich.

Scherbenhaufen Ukraine: Einschusslöcher in einem Hotelfenster in Kiew. (Foto: Krökel)

Scherbenhaufen Ukraine: Einschusslöcher in einem Hotelfenster in Kiew. (Foto: Krökel)

Mit der alten Machtelite um den korrupten Präsidenten Viktor Janukowitsch ist zunächst einmal auch eine mühsam (und gewaltsam!) aufrecht erhaltene Ordnung zusammengebrochen. Und das ist keineswegs nur auf dem revolutionären Maidan im Herzen von Kiew so.

Dort erwartet man nichts anderes. Was wäre es sonst auch für eine Revolution gewesen? Aber das alte ukrainische Chaos ist auch andernorts zurückgekehrt. Es beginnt am Flughafen Boryspil, wo den Reisenden inzwischen wieder Horden von schwarz arbeitenden Taxi-Fahrern in Empfang nehmen. Wie in längst überwunden geglaubten Zeiten wollen sie sich am liebsten US-Dollar bezahlen lassen.

Wer will es ihnen verdenken? Die ukrainische Währung Griwna wurde zuletzt um rund 15 Prozent abgewertet. Und wer weiß, was noch kommt? Wenn sich die angespannte Lage zwischen West und Ost fortsetzt, geht die ukrainische Wirtschaft trotz westlicher Finanzhilfen schweren Zeiten entgegen. Am Ende könnte dies jeder künftigen Regierung zum Verhängnis werden.

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