Varsovie, mon amour

Oft wird über Sommer- und Winterzeit gestritten. Selten geht es um Zeitzonen. Warschau trifft es hart. Die Stadt liegt am östlichen Rand der mitteleuropäischen Zone. Mit finsteren Folgen. Im Dezember bricht die Dämmerung in Warschau schnell nach Mittag an. Das düster-trübe Wetter tut sein Übriges. Man muss Winterschlafstimmung mögen, um nicht depressiv zu werden. Aber es gibt ein Lied, das hilft.

Die junge Polin Monika Brodka hat über Warschau und seine melancholischen Seiten ein Lied geschrieben. Es trägt den französischen Titel „Varsovie“. Wer es hört, ergänzt unwillkürlich „Varsovie, mon amour!“

Brodka hat den Song zusammen mit einem Freund geschrieben, der aus der Provence stammt. Die Gegensätze zum sonnigen Südfrankreich könnten kaum größer sein.

Warschau im Herbst. (Foto: Krökel)

Warschau im Herbst.

Das Lied ist eine Hymne an die Stadt. Aber es gibt da diese Zwischentöne: dunkle, langgezogene Akkordeonklänge. Und es gibt diese eigenartige Liebeserklärung im Text: „I fell in love with the city. At first sight it looked pretty. We used to share the same love for grey.“

Liebe zu Grau, zu dieser Zwischenfarbe, braucht man im Warschauer Dezember. Denn Brodka singt auch: „Through the blanket of clouds it wasn’t easy to be sure that the sun will come back.“ Doch für Warschau gibt es ein Happyend: „Wake me up in July!“ Warschaus Grau versöhnt alle Gegensätze.

One comment

  1. Vielleicht hilft Ihnen „Dekalog“ von Kieslowski gegen Winterdepression in Warschau. Ha ha…

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