Eine polnische Arche

Am 21. Dezember geht die Welt unter. Das zumindest haben die Maya einst errechnet. In Polen fallen derart apokalyptische Prophezeiungen auf fruchtbaren Boden. Verschwörungstheorien sind dort en vogue. Nun hat ein polnischer Architekt ein weltuntergangsresistentes Haus entworfen.

Jenseits von Oder und Neiße haben Verschwörungstheorien Hochkonjunktur. Spätestens seit der Flugzeugkatastrophe von Smolensk halten viele Polen nahezu alles für möglich. Zum Beispiel einen russischen Anschlag auf die Präsidentenmaschine mit künstlichem Nebel. Oder auch den Weltuntergang am 21. Dezember. Auf diesen Freitag haben die Maya bekanntlich die Apokalypse terminiert.

Es kann also kaum verwundern, dass es ausgerechnet ein Architekt aus dem südpolnischen Kattowitz war, der pünktlich zum Ende aller Zeiten die ultimative Arche Noah entworfen hat. Robert Koniecznys weltweit einzigartiges „Sicheres Haus“ soll uneinnehmbar sein und könnte somit das Zeug dazu haben, die Menschheit vor dem Aussterben zu retten. My home is my castle.

Der polnische Anti-Apokalypse-Bunker gleicht im geschlossenen Zustand einem Betonquader ohne Fenster und Türen. Die fast einen halben Meter dicken Mauern davor lassen sich allerdings auseinander- und wieder zusammenschieben. „Notfalls geht das auch per Hand“, erklärt Architekt Konieczny. Der mechanische Trick ist vor allem dann nützlich, wenn der Strom ausfällt, was bei einem Weltuntergang nicht unwahrscheinlich ist. Energetisch funktioniert  das „Sichere Haus“ nach Art einer Thermosflasche. Die Wärme im Innern dringt nicht nach außen.

Es lässt sich also leben in der polnische Arche. Es gibt sogar einen Pool. Einen Haken hat die Sache dennoch: Das „Sichere Haus“ existiert bislang nur als Prototyp und Computeranimation. Bis zum großen Maya-Finale ist selbst der Bau eines kleineren Ferienbunkers nach dem Konieczny-Prinzip nicht mehr zu schaffen. Darauf hat soeben der Chefredakteur der polnischen Monatsschrift „Schönes Haus“, Wieslaw Rudolf, ausdrücklich hingewiesen. „Für den Bau benötigen Sie eine Genehmigung, und das dauert bei den Behörden in unserem Land regulär 60 Tage“, erklärte Rudolf in vollem Ernst. Zu spät also, du rettest den Polen nicht mehr.

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