Heiße Eisen im Olympiafeuer

In Polen hat die Olympia-Euphorie einen doppelten Dämpfer erhalten. Verloren ist das Land aber bekanntlich nie.

Hohes Frustpotenzial
Wer nur wenige Eisen im Feuer hat, wärmt sich an einzelnen Erfolgen besonders intensiv. Geht es aber daneben, ist Holland in Not. Beziehungsweise Polen. Bei unseren Nachbarn ist das Frustpotenzial zum Auftakt der olympischen Winterspiele hoch. Während die medaillenverwöhnten Deutschen in Vancouver vom Start weg in der Erfolgsspur rodelten, war vielen Polen der zweite Platz von Adam Małysz im Skispringen zu wenig.

Nur Zweiter!
Nun muss man dazu sagen, dass Małysz bei unseren Nachbarn einen ähnlichen Kultstatus genießt, wie ihn hierzulande einst Wimbledon-Held Boris Becker innehatte. Malysz hatte mit seinem Sieg bei der Vierschanzentournee vor einigen Jahren die gesamte Nation in Euphorie versetzt. Bei Olympischen Spielen aber hat er bislang wenig gerissen. Und jetzt wieder „nur” Zweiter. Polens Fernseh-Olympioniken waren kollektiv geknickt.

Die Mundwinkel hängen herab
Aber es kam noch schlimmer. Justyna Kowalczyk, Polens zweites heißes Eisen im Olympiafeuer, versagte in ihrem ersten Rennen ebenfalls. Platz 5! Was für viele ein Grund zur Freude wäre, war für die junge Langläuferin eine glatte Enttäuschung. Die Weltcup-Führende schob alles auf die „für Olympia unwürdige Strecke”. Souverän klang das nicht. In der Heimat rutschten die Mundwinkel derweil immer tiefer.

Medaillenzählen kann auch stressen
„Spokojnie!”, möchte man unseren Nachbarn zurufen. Ruhe bewahren! Polen ist quasi naturgemäß noch nicht verloren. Sowohl Małysz als auch Kowalczyk haben noch weitere Siegchancen. Und im Übrigen kann das Medaillenzählen, wie es in Deutschland praktiziert wird, auch in Stress ausarten. Mit Spaß am Sport hat all das ohnehin nichts zu tun.

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