Ich bekenne mich schuldig

Die Empörung über das Urteil gegen den kremlkritischen Blogger Alexei Nawalny ist im Westen groß. Der Schuldspruch hat endgültig ein System demaskiert und diskreditiert, mit dem die EU und die USA seit Jahren eine sogenannte strategische Partnerschaft pflegen. Es ist höchste Zeit umzudenken. Auch bei Kommentatoren, die bislang immer wieder einmal mildernde Umstände für Putin geltend gemacht haben. Mehr lesen

Ein Blick von außen

Korrespondenten, die von einem Medium in ein Berichtsgebiet entsandt werden, bleiben in aller Regel drei bis fünf Jahre am Ort des Geschehens. Ähnlich ist es im diplomatischen Dienst. Sinn und Zweck der Rotation ist, dass Journalisten und Botschafter eine Region zwar gut kennenlernen sollen. Sie sollen aber auch nicht mit „ihrem” Land verwachsen, sondern Distanz und einen frischen Blick von außen wahren. Mehr lesen

Ukraine-PR: „Wir übernehmen die Kosten“

Die Regierung des ukrainischen Präsidenten Janukowitsch steht im Westen in keinem guten Ruf. Das soll sich ändern. Zu diesem Zweck betreibt das European Centre for a Modern Ukraine Lobbyarbeit in Brüssel. Seit Neuestem haben die PR-Strategen auch mich im Visier. Eines muss man ihnen lassen: Sie geben sich großzügig. Mehr lesen

Weniger ist mehr (Teil 5 und Schluss): Ich glaube, es piept

Wer mit dem Auto die Oderbrücke bei Frankfurt überquert, merkt von der deutsch-polnischen Grenze nicht mehr viel. Kurz abbremsen, ein Seitenblick auf das Schild mit den Verkehrsregeln im anderen Land – das war’s. Fast. Denn dann piept es. Zumindest bei mir. Mehr lesen

Tatort Klischee: Die bösen Buben aus dem Osten

Moritz Eisner braucht nur ein Wort, um die Verhältnisse zu klären: „Russisch?“, fragt der Wiener Kommissar. „Nein, Georgisch“, antwortet der Mörder. Aber das ist im Grunde auch schon egal. Russland? Georgien? Hauptsache Osten. Der Killer hatte im Kaukasus ein Labor für Pharma-Experimente an Menschen eingerichtet und die Patienten dabei dutzendweise krepieren lassen. Mehr lesen

Weniger ist mehr (4): Alle Macht dem Volke!

„Europa zerbröselt“, warnt Joschka Fischer in der „Süddeutschen“ und hat gleich ein Gegenmittel parat. Die Mixtur enthält die „weitere Vergemeinschaftung“ bis hin zur „politischen Union“. Da ist es also wieder, das altbackene Europa-Geschwätz der altehrwürdigen bundesdeutschen Garde, zu der Ex-Revoluzzer Fischer längst gehört. Mehr lesen

Weltgewandt, offen, jung sucht …

Es sind ja mitunter die kleinen Dinge am Rande und die Nebensätze, die mehr über die große Politik verraten als all die hehren Worte jener, die sich für Staatenlenker und historische Figuren halten. Diese Erkenntnis hat mich in den vergangenen Tagen in Kiew geradezu überfallen. Mehr lesen

Weniger ist mehr (3): Die Grenzen Europas

Wenn von Kerneuropa die Rede ist, denken die meisten an Deutschland, Frankreich, Benelux und womöglich noch an Polen und Tschechien. In Wirklichkeit reicht der europäische Kern zweifellos von Skandinavien bis zum Mittelmeer und von den britischen Inseln bis zum Balkan. Das ist gut so. Mit einem Beitritt der Türkei und/oder der Ukraine würde sich die EU aber einmal mehr überschätzen und übernehmen. Mehr lesen

Nachhilfe in Sachen Demokratie, oder: Der gar nicht nette Herr Orban

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban argumentiert auf den ersten Blick logisch. In den Umfragen liege er deutlich vorn, sagt er. Daraus sowie aus der Zweidrittelmehrheit seiner Fidesz-Partei leitet Orban demokratische Legitimation ab. An seiner antidemokratischen Poltik ändert das allerdings nichts. Mehr lesen

Weniger ist mehr (2): Wo der Haken hängt

Europa sucht einen Ausweg aus seiner Krise. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble plädiert für „mehr Europa” und will die Bürger darüber in einem Referendum entscheiden lassen. Meine These lautet: Eine solche Abstimmung würde europaweit grandios scheitern. Bescheidenheit ist deshalb Trumpf. Weniger sollte mehr sein. Zweiter Teil meiner Blog-Reihe. Mehr lesen