Ich bin dann mal weg…

Hape Kerkelings Klassiker verweist schon im Titel auf die Idee des unvermittelten Abtauchens. Als Reporter tauche ich lieber ein. Ab heute begleite ich die polnischen Pius-Brüder auf ihrer Pilgerreise von Warschau zur Schwarzen Madonna nach Tschenstochau.

Kurz vor dem Zwischenziel im Dorf "Heilige Anna": Warschauer Pilger auf dem Weg nach Tschenstochau. (Foto: Krökel)

Kurz vor dem Zwischenziel im Dorf „Heilige Anna“: Warschauer Pilger auf dem Weg nach Tschenstochau. (Foto: Krökel)

Ja, richtig, die Pius-Brüder sind jene Priestervereinigung, die immer wieder einmal gegen Juden und Schwule hetzt. Die Bruderschaft soll so etwas wie die Reinkarnation der Inquisition sein. Ein Hort Ewiggestriger, die ihre Messe am liebsten auf Latein absingen.

Die Brüder waren sogar dem Vatikan zu rückwärtsgewandt. Vor 25 Jahren exkommunizierte der polnische Papst Johannes Paul II. die führenden Pius-Bischöfe. Ach ja, und dann gab es in der Bruderschaft auch noch den Holocaust-Leugner Richard Williamson.

Vor knapp einem Jahr haben die Brüder Williamson rausgeworfen. Papst Benedikt XVI. hatte vorher das Schisma aufgehoben. Aber das war offenkundig nur ein Tauwetter, dem eine neue Eiszeit folgt. So recht zu tun haben will mit den Pius-Priestern in der katholischen Kirche niemand.

Ich finde: Das macht sie spannend. Also werde ich mit ihnen pilgern und versuchen, ein klein wenig in ihre Welt einzutauchen. Vielleicht bin ich anschließend schlauer, ob sie wirklich finstere Gesellen sind. Oder ob sie über die Maßen gemobbt werden, weil sie anders sind als die Mehrheit. Ich bin dann mal weg…

Nachtrag am 14.8.: Es hat am Ende nicht sollen sein mit der mehrtägigen gemeinsamen Pilgertour mit den Pius-Brüdern. Meine Schuld. Diverse Eindrücke habe ich auf dem Weg nach Tschenstochau dennoch gewonnen, wie hier zu lesen ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *